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Der Nashornkäfer

Im letzten Jahr haben wir im Waldgarten im Kompost und in den Resten der Holzhackschnitzel beeindruckend große weiße Larven in großer Zahl entdeckt. Jetzt konnten wir ein Exemplar der entwickelten Form beobachten und die Voraussagen haben sich bestätigt: es ist ein Nashornkäfer geworden. Es handelt sich dabei um eine geschützte Tierart und wir freuen uns, im Waldgarten ein Biotop dafür zu bieten. Waren die daumendicken Larven mit einer Länge von 5-10 cm schon beeindruckend, so ist es der Käfer noch mehr. Nashornkäfer gehören zu der Familie der Blatthornkäfer wie Maikäfer und Junikäfer, die Larven kann man deshalb auch als Engerlinge bezeichnen. Sie sind Kulturnachfolger. Früher fand man sie vor allem in verrottendem Eichenholz, heute eher in Hackschnitzelhaufen und Komposthaufen. 2-5 Jahre benötigen die Engerlinge, um sich zu entwickeln und verpuppen sich dann in einem hühnereigroßen Kokon. Es sind keine Schädlinge, sie fressen keine Pflanzen, sondern ernähren sich ausschließlich von Zellulose, zu dessen Zersetzung sie einen großen Beitrag leisten. Sie sind die einzigen Insekten, die reine Zellulose verarbeiten können, und zwar bewerkstelligen sie das mit Hilfe von Bakterien im Enddarm, die die Zellulose spalten können. Die Spaltprodukte und die Bakterien dienen dann der Ernährung der Engerlinge. Die Käfer schlüpfen normalerweise erst später im Jahr, leben nur 4-6 Wochen lang und sind nachtaktiv. Wir haben wohl ein frühes Exemplar gefunden. Nur die männlichen Exemplare tragen so große Hörner und auch nicht alle. Mit dem Hirschkäfer zählt der Nashornkäfer zu den größten Käfern in Deutschland. Um den Erhalt dieser Nützlinge zu fördern, ist es sinnvoll, Totholzhaufen liegen zu lassen und /oder auch Kompost oder Hackschnitzelhaufen über mehrere Jahre in Ruhe zu lassen und nicht umzusetzen.

 

 

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