Prinzip Waldgarten

Ein essbarer Wald in Edingen-Neckarhausen

Ein Waldgarten ist ein altes Konzept neu gedacht. Schon immer haben Menschen in Wäldern und an Waldrändern gelebt und vom Wald gelebt. Einerseits lieferten die Wälder Holz und Baumfrüchte, die Waldränder aber besonders viele krautige Gewächse, Beeren und Wurzeln, die der Ernährung dienten. Völker, die in der Natur leben, haben genau beobachtet, was wie zusammen passt und sich beim Wachsen gegenseitig befördert.
In Mittelamerika ist es üblich, Mais mit Bohnen zusammen anzupflanzen, die am Mais hochklettern. Die Bohnen bieten mit ihren stickstoffsammelnden Knöllchenbakterien der Maispflanze gleichzeitig Düngung. Mit großblättrigen Kürbispflanzen kann der Boden bedeckt und Unkraut unterdrückt werden.
Zwiebeln und Karotten zusammen anzupflanzen, ist bei uns gängiges Gärtnerwissen, denn beide hemmen Parasiten gegenseitig. Kakaopflanzen wachsen besser als Einzelpflanzen im Urwald als in Plantagen.
Warum sind Waldränder so fruchtbar? Pflanzen benötigen Licht, aber auch nicht zuviel, manchmal ist leichte Beschattung auch nötig. Solche komplizierten Zusammenhänge sind wichtig zu kennen in Bezug auf das jeweilige Klima und dessen Veränderungen. Monokulturen auf großen Feldern können das nicht beachten und müssen daher Mit Bewässerung, Düngen und Pestiziden arbeiten, um hohen Ertrag zu bieten. Selbst mit dem größten technischen Einsatz können solche kleinteiligen Zusammenhänge nicht beachtet, unterstützt und ausgenutzt werden. So hat sich als eine Gegenbewegung das Konzept Waldgarten entwickelt, das die Prinzipien des Waldrandes übernimmt und auf jetztzeitigen Nahrungsmittelanbau übersetzt.

Ein Waldgarten (auf englisch „foodforest“) ist also ein mehrstufiges ökologisches System aus Bäumen, Sträuchern und niederen Gewächsen wie Kräutern und Pilzen, dessen Bestandteile überwiegend essbar sind und das sich auf Dauer selbst erhält. Es handelt sich dabei um konzentrierten Anbau von unterschiedlichen Pflanzen mit allen Wuchshöhen und -tiefen auf kleiner Fläche unter Nutzung der Permakultur, in der die Pflanzen sich gegenseitig unterstützen. Damit vergrößert sich sowohl Vielfalt als auch Menge der Ernte pro Fläche. 
Diese Vielfalt an Vegetationsschichten des Waldgartens in unterschiedlicher Höhe gewährleistet nicht nur eine optimale Lichtausbeute für Pflanzen, sondern schafft auch zahlreiche Nischen für Insekten, Vögel und Kleinsäugetiere. Permakultur ist dabei ein wesentliches ökologisches Landnutzungssystem, um ohne Dünger und Schadstoffe die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und die Artenvielfalt zu erhalten. Im Endeffekt soll das System sich weitestgehend selbst erhalten. 


Über uns

Rolf Stahl ist Eigentümer des Grundstückes „Am „Kirchhofpfad links“ in Neckarhausen, das er dem Verein verpachtet hat. Er ist Initiator und Verantwortlicher der lokalen Ökostromer-Bürgerinitiative und seit Jahren in Edingen- Neckarhausen aktiv in der Ökologischen Bewegung tätig. Außerdem war er der Initiator des lokalen Repair-Cafés. Vor seiner Verrentung hat er in einem technischen Beruf gearbeitet.…

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Wem gehört das Land?

In unserer Zeit ist Boden/ Land weltweit weitgehend in Privatbesitz, das bedeutet, es kann gekauft und verkauft werden. Dabei ist der Preis, der zu zahlen ist, abhängig davon, wie begehrt dieses bestimmte Stück Land ist. Dementsprechend ist der Boden in den am dichtest bevölkerten Städten am teuersten. Das war nicht immer so.

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Ein Dankeschön den Spendern

Wie konnten wir nur so schnell so viele Bäume und Büsche bekommen? Einen großen Teil hat uns die Gemeinde Edingen-Neckarhausen zur Verfügung gestellt, die den Verein sehr unterstützt. Herzlichen Dank dafür! Der Waldgarten wird die Gemeinde auch um ein weiteres Biotop bereichern und den Kindern der Gemeinde Anschauungsunterricht über viele Prozesse der Natur ermöglichen, da sind wir sicher.

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